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Tauchen in Österreich

Das Erforschen heimischer Seen und Flüsse muss keineswegs langweilig sein. Im Gegenteil: es gibt sogar allerhand Spannendes zu entdecken.

Faaker See - Foto: Thomas G. Graf - Lizenz: GNU-FDL - Quelle: commons.wikimedia.orgWenn das Geld für kostspielige Fernreisen oder Tauchaufenthalte in exotischen Destinationen fehlt, sollte man sich der unzähligen heimischen Gewässer besinnen. Österreich besitzt nämlich etwa 43.000 Hektar Oberflächengewässer (Seen, Flüsse, Bäche, Teiche), was ungefähr 0.5% der Gesamtfläche entspricht. Zwei Drittel der rund 9.000 Seen sind dabei natürlichen Ursprungs – wovon 27 mehr als 1 km² groß sind –, der Rest wurde künstlich angelegt. Das Fließgewässernetz erstreckt sich über unglaubliche 100.000 Kilometer. Kärnten beheimatet mit 1.270 übrigens die meisten stehenden Gewässer, darunter 200 Badeseen mit Trinkwasserqualität. Aber nahezu alle österreichischen Seen und Flüsse besitzen eine ausgezeichnete Wasserqualität und gehören somit zu den reinsten Gewässern Europas.

Tauchverbote - Dive Card

Österreich zählt – neben Island, Norwegen und Schweden – zu den wasserreichsten Ländern Europas, aber nicht jedes Gewässer ist zum Tauchen geeignet bzw. freigegeben. Die heimischen Seen und Flüsse ziehen neben den Tauchern auch noch Schwimmer, Segler, Ruderer und Fischer an, dazu kommen die Ausflugsschifffahrt, die Interessen der E-Wirtschaft sowie der jeweiligen Grundbesitzer. Kein Wunder, dass es durch die ständige Zunahme des Sport-, Beruf- und Freizeitsektors zwangsläufig zu Reibungspunkten und/oder Konflikten mit Eigentümern, Interessensverbänden und Naturschützern kommt, die mitunter zu Tauchbeschränkungen und -verboten führen können.

Deshalb haben sich Tauchschulen und -basen in Oberösterreich, Salzburg und der Steiermark zur "ARGE Tauchen" (Arbeitsgemeinschaft Tauchen) zusammengeschlossen und die so genannte Dive Card (15 €/Jahr) entwickelt. Neben einer Tauchgenehmigung beinhaltet diese auch eine Bergeversicherung bei einem (tödlichen) Tauchunfall und ermöglicht oft einen Preisnachlass beim Flaschenfüllen. Zusammen mit dem TSVÖ (Tauchsportverband Österreich) wird nun alle paar Jahre ein neuer Nutzungsvertrag mit den Österreichischen Bundesforsten ausgehandelt, in deren Besitz sich die meisten Tauchgewässer befinden. Eine gültige Tauchgenehmigung (Dive Card oder TSVÖ-Mitgliedschaft) ist am Altausseer See, Copacabana, Erlaufsee, Vorderen Gosausee, Grundlsee, Hallstätter See und Vorderen Langbathsee erforderlich.

Umweltschutz

Wer in österreichischen Gewässern tauchen geht, sollte sich an einige Regeln halten. Ein falsches Verhalten kann nämlich große Auswirkungen auf die Natur haben! Fischen und Harpunieren sind so gut wie überall strengstens verboten. Man sollte als Taucher aber auch beim Tarieren acht geben, denn das Aufwirbeln von Schlamm schadet dem Ökosystem See (Pflanzensterben und unnatürliche Algenblüte). Das Betreiben transportabler Atemluftkompressoren ist ebenfalls in einer 300 Meter breiten Zone rund um jedes Tauchgewässer untersagt. Um die ausgezeichnete Qualität der heimischen Gewässer zu erhalten, ist die Mithilfe jedes/r einzelnen gefragt! Wenn man ein wenig Rücksicht auf die Natur nimmt, steht einem uneingeschränkten Tauchvergnügen nichts mehr im Wege.

Weiterlesen: Tauchgebiete Salzkammergut

Ein Artikel von Mag. Birgit Mair


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